
Zur Bildergalerie (© Matthias Horn)
Besetzung
Leitung
- Regie: Karin Henkel
- Bühne: Henrike Engel
- Kostüme: Klaus Bruns
- Musik: Tomek Kolczynski
- Video: Moritz Hirsch
- Dramaturgie: Gwendolyne Melchinger
- Licht: Michel Güntert
Amphitryon und sein Doppelgänger
nach Heinrich von Kleist
Gastspiel Schauspielhaus Zürich
Eingeladen zum Berliner Theatertreffen 2014
Eingeladen zum Schweizer Theatertreffen 2014
Amphitryon kann es nicht fassen. Wer hat seinen Platz bei Alkmene eingenommen, seinen Namen, seine Erscheinung, ohne dass sie selbst oder ein anderer den Betrug bemerkte? Wer wagte es, sich auszutauschen gegen ihn, ihn zu ersetzen, wenn er doch in allem ihm, Amphitryon, glich? Nicht einmal Jupiter selbst, der das Doppelgängerspiel angezettelt hat, um Amphitryon die Frau auszuspannen, bleibt von den bösen Folgen verschont. Denn wo bleibt der Gott, wenn es die abgöttische Liebe zu ihrem Mann war, die Alkmene in seine Arme getrieben hat? Am schmerzlichsten spürt der Diener Sosias, wer er ist, als er von seinem Doppelgänger — Merkur — wie ein Hund aus dem Haus geprügelt wird.
Kleists Figuren wissen nicht mehr, wer sie sind, sie wissen weder ein noch aus noch, wem sie angehören. Das Kleist-Personal gerät in eine Identitätskrise, die im Verlust der Identität ihren Höhepunkt findet. Die Strukturen, die über das menschliche Leben bestimmen, sind nicht mehr verlässlich. Karin Henkel treibt in ihrer Inszenierung Kleists existenzielles Verwirrspiel auf die Spitze und tief in den Abgrund hinein, in dem nicht nur Sosias und Amphitryon, sondern auch alle anderen Figuren verdoppelt, vervielfacht werden. Und schließlich das Stück selbst noch eine Verdoppelung erfährt. „Wie find ich nur aus diesem Labyrinth?“
„‚Amphitryon‘, ein komödiantisch exakt durchchoreografiertes ‚Ach‘, nachtschwarz, und eh schwärzer als der Humor jedes Verwechslungsdramas.“ Tagesanzeiger, Zürich



